Mühlen-Blog

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Backhäusle anheizen: Es wird heiß in Wertach…

Begegnungsort

… denn die Obere Mühle hat ihren neuen Holzofen im Backhäusle angeheizt. Am richtigen Tag im Jahr, nämlich wenn der Mond „übergeht“. So hat es der Ofenbauer empfohlen und so haben wir es gemacht. Jeder echte Allgäuer weiß anscheinend, dass es gute und schlechte Tage zum ersten Backhäusle anheizen gibt. Doch dazu später.

Unser Ofen – modernste Technik mit Backtradition

Wir haben einen Habo 15. Schmiedeeisern, schwer, groß und schwarz. Der Habo ist ein (fast) klassischer Holzbackofen. Das heißt, der Ofen wird zuerst mit Holz befüllt, das zur Kohle niederbrennt. Die Glut wird dann in den Aschekasten unter den Backsteinen befördert und der Backraum ausgefegt. Anschließend können alle gewünschten Köstlichkeiten direkt auf dem heißen Stein gebacken werden, so wie es seit eh und je gemacht wird. Im Film seht ihr genau, wie es geht.

Das Tolle am Habo 15: Er ist überall gleich hoch und nicht gewölbt wie traditionelle Holzbacköfen. So verteilt sich die Hitze gleichmäßig. Leider muss der erste große Backtag noch etwas warten, denn das Backhäusle muss man vorsichtig anheizen. Über sechs Tage hinweg müssen wir erst leicht und dann immer stärker anfeuern, damit das Mauerwerk rund um den Backofen und den Kamin langsam austrocknet und nicht reißt. Der Kamin zog wie eine Eins!

Backhäusle anheizen mit Freunden

Bauernregeln und Mondwissen im Allgäu

Wir wollten natürlich – neben der praktischen Ofentechnik – verstehen, woher die Regel zum Anheizen nach dem Mond kommt und was sie bedeutet. Unser Ofenbauer sagt, es sei wichtig, dass der Mond sich in der aufsteigenden Bahn befindet, über sich geht, und damit nicht auf den Kamin drückt. Deshalb kann der Rauch richtig abziehen und wird dies auch in Zukunft tun.

Der Mond überm Allgäu

Auf der Webseite der Vorarlberger Gemeinde Warth-Schröcken findet sich ein Dokument, dass das astrologische „Wissen der Walser“ enthält. Dort gibt es genaue Anweisungen zum Holzschlagen:

„Was geschieht oder verrichtet man bei „Über sich gehend“? Es ist das Zeichen, dass vor allem von der Feuchtigkeit, von der Erde löst. So wird Brennholz nur in diesem Zeichen geschichtet oder im Schopf versorgt. Selbst nasses, schweres Holz trocknet dann noch aus und wird dürr. Gleichermaßen werden auch Rund- und Schnittholz geschichtet, damit es leichter wird.“

Wahrscheinlich löst sich so auch die Feuchtigkeit aus dem gemauerten Schlot unseres Ofens besser als bei absteigendem Mond. Klingt jedenfalls logisch. Wer noch mehr über Bauern- und Handwerkerregeln und Mondkalender im Allgäu wissen will, kann sich Steinhausers Kempter Kalender besorgen. Den gibt es zum Beispiel hier.

In Zukunft werden wir hier sicher die ein oder andere Leckerei für uns und unsere Gäste zubereiten – und mal sehen, was uns noch so alles einfällt. Bestimmt auch mal mit euch zusammen. Und – ob an Mondtagen oder nicht – es wird uns hoffentlich bestens gelingen. Wir freuen uns darauf!

Herzliche Grüße
Eure Müllersleut

Mondbild: jplenio / pixabay.com

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